ZOMBIE-KILLER 2: Ohne Gewissen


Autor:  Damon Whitehead, Jutta Wiese

Genre: Science Fiction, Horror

Format: E-Book, Taschenbuch 

 

Überarbeitete Neuauflage 2018!

 

 Formate und diverse Bezugsquellen (einfach den jeweiligen Link anklicken und ihr werdet direkt zum Buch beim entsprechenden Anbieter weitergeleitet)::

 

E-Book: Amazon, Thalia, Hugendubel, bodWeltbild

Taschenbuch: Amazon 


Klappentext:

 

ZOMBIEKALYPSE NOW!

 

Die Welt ist nicht mehr so, wie wir sie kennen, die Zivilisation liegt zerstört in Trümmern.
Ein aggressives Virus hat den größten Teil der Menschheit getötet oder in menschenfressende Untote verwandelt. Doch nicht nur Du hast überlebt, sondern auch Nazis, Islamisten, Irre und andere fragwürdige Mitglieder der menschlichen Rasse. Sei auf der Hut! Überlebe!

 

ZOMBIE-KILLER erzählt die Geschichte einer Überlebensgemeinschaft - Schillerstr. 12. Selbst in Zeiten einer Apokalypse leben die Bewohner im Rahmen der verbliebenen Möglichkeiten relativ normal. Bis eines Tages ihr sorgsam behüteter Alltag durch eine Bedrohung ins Wanken gerät. Die Menschen um Zombie-Killer Duvall müssen um ihr Überleben fürchten ...

 

Hinweis: Alle Bände der Reihe ZOMBIEKALPYSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.

Leseprobe:  Auszug, Kapitel 12 - Fahrt ins Blaue

 

Am nächsten Tag fühlten wir uns etwas erholt und in der Lage, die kommende, gefährliche Mission anzugehen. Saurier Duvall wollte früh los. Und was er wollte, wollten wir auch. So kam es, dass Kant und ich um acht Uhr morgens in Duvalls Hummer stiegen und jener den Motor startete. Kant hatte natürlich darauf bestanden, sich mit in die Schlacht zu stürzen, wie üblich.

Susanne Haug kümmerte sich in der Zwischenzeit um den Hund, den ich auch diesmal nicht mitnehmen konnte.

»Du glaubst, es funktioniert?«, fragte ich skeptisch und blickte zum Fenster hinaus, auf verlassene Gebäude, Straßenzüge und vereinzelt herumhumpelnde Zombies.

Nach der Apokalypse schien die Welt grau geworden zu sein. Farben hatten an Intensität verloren. Alles wirkte tot. Nein, fast alles war tot.

Wahrscheinlich bildete ich mir das aber bloß ein. Jemand, der ausschließlich mit dem Verfall zu tun hat, verliert leichter die Perspektive für das Leben, beziehungsweise dessen Lebendigkeit. Sei´s drum! Kopfkratzend wandte ich mich vom Fenster und dem öden Anblick ab.

Kant fläzte sich auf der Rückbank, mit geschlossenen Augen. Wieder einmal hatte er die Ruhe weg.

»Wir müssen vorsichtig sein, dann funktioniert der Plan«, sagte Duvall im Brustton der Überzeugung.

Ich betrachtete ihn aufmerksam, wie er mit vorgerecktem kantigen Kinn und sehr konzentriert, den breiten Wagen durch die apokalyptischen Straßen fuhr. Er war stets frisch rasiert, was man von uns anderen kaum behaupten konnte. Immer wieder betätigte er das Lenkrad und wich gekonnt taumelnden Zombies aus.

Oberflächlich betrachtet hatte Duvall wenig Anziehendes an sich. Er war weder schön, noch besonders groß oder muskulös. Dafür strahlte er etwas Unterschwelliges aus. Eine Art Charisma, die den Raum erfüllte. Selbst ein ewiger Rebell wie Kant ordnete sich dieser überragenden Persönlichkeit unter, meist ohne Widerspruch.

Ich fragte mich, wo Duvall herkam und was er in der alten Welt gewesen war. Eine Führungskraft, etwa der Lenker eines globalen Konzerns? Ein General? Ein Staatsmann? Ein Geheimagent? Ein Selfmade-Milliardär?

»Irgendwann erzähl´ ich dir die Geschichte«, meinte er in diesem Augenblick, als hätte er meine Gedanken gelesen.

Ich lächelte nachsichtig und hob jovial die Arme. »Lass dir Zeit«, bemerkte ich launig. Warum nicht gleich?, dachte ich in Wirklichkeit trotzig, behielt die Frage aber für mich.

Von der Hinterbank ertönte ein tiefes Grunzen. »Sind wir bald da?«, fragte Kant und gähnte.

Wir befanden uns bereits am Stadtrand, aber keiner antwortete ihm.

Etwas weiter voraus blockierten karambolagierte Fahrzeuge die Straße. Manche waren bis zur Unkenntlichkeit ineinander verkeilt. Dunkle Flecken auf dem Asphalt und vereinzelt herumliegende Knochen erzählten von den zurückliegenden Massakern, zu Beginn der Zombiekalypse. Unzählige Menschen hatten sie mit ihrem Leben bezahlt.

Duvall kurbelte wie wild am Lenkrad und bog ab, in einen unbefestigten Feldweg. So umfuhren wir das Autochaos und die letzten Wohngebiete. Nun schlängelten wir uns zwischen ehemals bewirtschafteten Feldern hindurch. Da kein Bauer mehr kam, verrotteten die Nutzpflanzen und Wildwuchs machte sich breit. Die ungezähmte Natur eroberte langsam, aber unerbittlich, ihr angestammtes Terrain zurück.

Noch ein paar Jahrzehnte und die hochtrabenden Spuren der Zivilisation sind ausgelöscht, grübelte ich. Dann trägt die Erde ein neues Gesicht ...

Duvall trat breit grinsend aufs Gaspedal. Die Überlandfahrt schien ihm höllischen Spaß zu bereiten. Wir wurden hin und her und auf und ab geschleudert. Der Hummer raste wie ein eleganter Fisch über Schlaglöcher, Fahrrinnen, Steine und Wurzeln und nahm all diese Hindernisse mit Bravour.

»Es ist nicht mehr weit. Eigentlich müsste man den Lärm bis hierher hören«, meinte er dann.

»Was sagst du? Lärm? Ich nenne das immer noch Musik«, brauste Kant, der alte Technofan, überraschend auf.

Der Wagen schoss, Staub fressend und von sich schleudernd den schmalen Weg entlang. Äste umliegender Sträucher peitschten gegen die Fenster. Steine knallten an den Unterboden. Dann brach der Hummer durch einen niedrigen Busch, hinaus auf eine breite Straße. Auf den ersten Metern zogen wir zerfetzte Blätter und eine dichte Staubwolke hinter uns her. Nach etwa einem halben Kilometer schlug Duvall hart das Lenkrad ein und umfuhr rasend schnell eine kleine Gruppe Untoter, die mitten auf der Fahrbahn herumlungerte. Im Rückspiegel sah ich, wie sie sich umdrehten und versuchten, uns stolpernd und mit vorgereckten Armen zu folgen. Ein paar stürzten dabei schwungvoll zu Boden.

Mir fiel auf, dass kaum Autos die Straße blockierten. Während der Panik mussten doch auch hier dutzende, wenn nicht sogar hunderte Auffahrunfälle und Karambolagen stattgefunden haben. Doch nun standen die Autowracks so, dass ein breiter Wagen wie der Hummer bequem hindurch navigieren konnte.

»Hast du die Straße geräumt?«, fragte ich neugierig.

»Glaubst du, ich leg mich hier draußen auf die faule Haut?«, antwortete Duvall lachend.

»Natürlich nicht«, erwiderte ich, »aber ehrlich gesagt fragen wir uns alle, was genau du so treibst ...«

»Jepp«, gab Kant seinen Senf dazu.

»Na ja, nun wisst ihr’s.«

Duvall kurbelte am Lenkrad und steuerte das Fahrzeug nach links in eine schmale Seitenstraße. Etwa hundert Meter weiter, taumelte eine Handvoll Zombies auf uns zu. Sie nahmen die gesamte Breite der Fahrbahn ein und hatten wohl den Motor des Hummers gehört.

»Festhalten!« Duvall trat das Gaspedal durch.

Der Wagen röhrte und schoss vorwärts. Wie es aussah, wollte unser Fahrer den V-förmigen Stahlpflug, den er vorne an den Kühler geschweißt hatte, zum Einsatz bringen. Bevor ich mir irgendwelche Vorstellungen darüber machen konnte, war der Wagen schon über und in die Zombies gerast. Wie Fliegen klatschten sie gegen den Schild, wurden zur Seite geschoben, geschleudert oder einfach unter den breiten Reifen zu Zombiebrei zermatscht. In null Komma nichts war die Sache erledigt. Die Stahlplatten hatten ganze Arbeit geleistet; Blut, Haut, Haare, Hirnmasse und Knochenfragmente klebten daran.

»Sehr wirksam«, kommentierte Kant begeistert. »Das will ich auch haben.«

Abschließend querten wir noch eine große Umgehungsstraße, dann tauchte der Gebäudeverbund eines Industriegebietes auf. Dort, am Rande eines ausgedehnten Waldgebietes in nördlicher Richtung, befand sich die Disco. Sie verfügte über einen riesigen Parkplatz im Frontbereich. Diesen mieden wir jedoch, und steuerten das Ziel stattdessen von hinten an. Schließlich hatte niemand Lust darauf, als Zombiefutter zu enden! Auch wenn die Musik verstummt war, lungerte immer noch eine unüberschaubare Masse an Untoten auf der Parkfläche herum. Man konnte sie bereits hören, zumindest undeutlich. Das dazwischen liegende Gebäude schirmte einen Teil des Lärms ab, doch das unheimliche, vielstimmige Stöhnen war auch so kaum zu ertragen. Widerlich. Diese Geräuschkulisse zerrte an meinen Nerven. Eine gewaltige Gänsehaut lief mir eisig den Rücken hinab.

Duvall steuerte den Hummer schließlich nach rechts, eine steile Einfahrt hoch, und hielt vor einem, mit einer dicken Plane verhängten Rolltor. Er reichte mir einen Schlüsselbund. »Der Gelbe ist der richtige«, sagte er nur.

Mit gesträubten Nackenhaaren sprang ich aus dem Wagen und eilte hinüber. Eine plumpe Kette mit einem faustgroßen Vorhängeschloss sicherte das Tor. Zitternd und immer wieder nervös umherschauend, öffnete ich es. Dann zog ich hastig die Kette ab und schob das metallene Portal zur Seite. Die Rollen quietschten und es rasselte, doch zum Glück blieb die Aktion folgenlos.

Duvall trat aufs Gas und fuhr an mir vorbei auf den fußballfeldgroßen Hinterhof eines schmucklosen höheren Betonbaus ...

 

Hinweis: Alle Bände der ZOMBIEKALYPSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.