ZOMBIES AUF MALLORCA - Teil 1: Urlaub war gestern


Titel:  ZOMBIES AUF MALLORCA: Urlaub war gestern

Autoren: Damon Whitehead, Jutta Wiese

Formate: E-Book, Taschenbuch

Genre: Science Fiction, Horror

 

 

Überarbeitete Neuauflage 2018

 

Erhältlich bei Amazon, inkl. Kindle Unlimted 


Klappentext:

 

Harro, Dralle, Schrippe und Tank sind alte Freunde, die im Laufe der Jahre getrennte Wege gegangen sind, sich aber nie wirklich aus den Augen verloren haben. Ein lang geplanter und heiß ersehnter Urlaub auf Mallorca mündet in den totalen Wahnsinn.
 

Zwei Tage nach ihrer Ankunft wimmelt es in S'Arenal, der deutschen Touristenhochburg, nur so von Zombies. Telefon und TV funktionieren bereits nicht mehr. Wie es scheint, ist nicht nur das Mekka der Partyurlauber betroffen, sondern ganz Mallorca. Dem Quartett gelingt es, sich in ein Hotel zu retten. Nun suchen sie nach einer Möglichkeit, die Todesinsel zu verlassen. Der Weg hinaus führt sie durch von Zombies verseuchtes Gebiet ...Harro, Dralle, Schrippe und Tank sind alte Freunde, die im Laufe der Jahre getrennte Wege gegangen sind, sich aber dennoch nie wirklich aus den Augen verloren haben. Ein lang geplanter und heiß ersehnter Urlaub auf Mallorca mündet in den totalen Wahnsinn.
Zwei Tage nach ihrer Ankunft wimmelt es in S'Arenal, der deutschen Touristenhochburg, nur so von Zombies. Telefon und TV funktionieren bereits nicht mehr. Wie es scheint, ist nicht nur das Mekka der Partyurlauber betroffen, sondern ganz Mallorca. Dem Quartett gelingt es, sich in ein Hotel zu retten. Nun suchen sie nach einer Möglichkeit, die Todesinsel zu verlassen. Der Weg hinaus führt sie durch von Zombies verseuchtes Gebiet

...

 

Hinweis: Alle Bände der Reihe ZOMBIEKALYPSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.

Leseprobe: Kapitel 7 - Es geht los!

 

Der muskulöse Barkeeper wischte gelangweilt die Theke in meiner Nähe, doch plötzlich sah er irritiert hoch, als würde er den schlafenden Besoffenen erst jetzt bemerken.

»Verdammt ...«, verbiss er sich einen Fluch auf den Lippen. Ärgerlich warf er den fleckigen Lappen zur Seite und baute sich breitbeinig vor dem Regungslosen auf. »Hey Alter, du hast genug!«, rief er schroff.

Der Angesprochene rührte keinen Finger.

Da griff der Barmann energisch zu und rüttelte den Mann ruppig an der Schulter. »Wach auf.«

Der Penner stöhnte und röchelte. Dazu zuckte er unkontrolliert mit den Gliedern. Ruckartig fuhr sein Kopf in die Höhe. Dann packte er fauchend den Arm des Barkeepers und biss jenem in die Handspanne.

»Hey, was soll das?«, schrie der, allerdings weniger vor Schmerz, sondern vielmehr vor Überraschung.

Doch als der Irre erneut zugriff, um die Zähne nochmals kräftig in den Unterarm zu schlagen, wurde es ernst.

Verzweifelt versuchte der Barmann sich loszureißen, doch die Kiefer des Verrückten hielten seinen Arm wie in einem Schraubstock und zerrten wild daran herum. Helles Blut spritzte auf. Unmittelbar darauf riss der Durchgeknallte seinen Kopf nach hinten. Ein großes Stück Fleisch hing zwischen dessen dünnen Lippen.

Ich wich vor Entsetzen zurück, stieß dabei Dralle vom Hocker.

»Verdammt!« rief der. »Was ist denn?« Er glotzte mich an wie ein Auto, dann grinste er behämmert. »Das da? Das ist nur Schau für die Touris. Zur Unterhaltung ...«

Was für einen Scheißdreck laberte er da zusammen? Kaum zu fassen, so viel Dummheit auf einen Haufen. Rat- und sprachlos wedelte ich mit den Armen.  Frei nach dem Motto: Alles bitterer Ernst!

Die Schreie des Barkeepers wurden derweil leiser, gingen wenig später in ein Wimmern über. Er hielt die stark blutende Wunde und taumelte rückwärts. Eine Kollegin mit bleichem Gesicht führte den Verletzten nach hinten in den angrenzenden Personalbereich.

Das störte den irren Beißer jedoch nicht im Geringsten. Er lag halb auf der Theke und kaute genüsslich auf dem erbeuteten Stück Fleisch herum.

Trotz der lauten Musik waren einige Gäste im näheren Umfeld auf den Vorfall aufmerksam geworden und wichen vor dem gefährlichen Verrückten zurück.

»Ein Kannibale!«, schrie eine dünne Blondine mit entsetztem Gesichtsausdruck.

Da fiel mir plötzlich das Arschloch vom Strand ein. Und nun der Bekloppte an der Bar? Wer glaubt denn da noch an einen Zufall?!

»Schnell, raus hier!«, rief ich Dralle zu, der sich schon wieder angeregt mit seiner Auserwählten unterhielt. Ich packte ihn rüde am Arm, ignorierte sein Aberaberaber-Gelaber, sowie den eher matten körperlichen Widerstand und zog ihn von der Theke weg.

Weiter vorne drehte Tank mit der Molligen gazellenhafte Pirouetten. Er und die anderen Tanzenden hatten von dem Gewaltausbruch an der Bar bisher noch nichts bemerkt.

»Raus!«, brüllte ich nochmals und erschrak, wie piepsig und leise meine Stimme klang.

Plötzlich hörte man weitere laute Rufe.

Ich wandte mich zur Bar und erstarrte vor Entsetzen, denn nun war der Irre über eine Frau hergefallen. Mit schockierender Vehemenz verbiss er sich in deren Hals. Das Blut spritzte nur so zwischen seinen Zähnen hervor. Einige kräftig wirkende Männer eilten hinzu, packten den Kannibalen und rissen ihn gewaltsam weg. Die schrillen Schreie und der Kampflärm gingen im allgemeinen Getümmel unter. Immer mehr Menschen wurden aufmerksam.

Ich hatte genug gesehen. Hier war etwas Grauenhaftes im Gange. Schnell lief ich zu Tank und zerrte ihn ebenfalls mit mir.

»Wo ist Schrippe?«, rief ich den Freunden mit zitternder Stimme zu.

»Wahrscheinlich im Hotel. Was ist eigentlich los?« Dralle tippte sich an die Stirn. »Hast du noch alle Tassen im Schrank? Das ist doch nur ne Kneipenschlägerei. Komm, wir mischen mit.« Schmunzelnd zwinkerte er mir zu.

Irgendetwas schien er verpasst zu haben. Hatte der Idiot Tomaten auf den Augen? Glaubte er etwa nach wie vor an eine Spaßaktion? Dralle hatte vermutlich noch mehr getankt als ich. Eine andere Erklärung gab es nicht. Dabei konnte man selbst von mir keine großen intellektuellen Sprünge erwarten. Als ich mir vorstellte, was der Irre hinter uns anrichtete, wich mir die Restfarbe aus dem Gesicht. Ich spürte einen eisigen Luftzug. Plötzlich wurde mir unglaublich kalt.

»Wir müssen schleunigst von der Insel runter!«, rief ich fast schon hysterisch und zitterte dabei wie ein reifes Feld Hafer im Wind.

»Was? Wir sind doch gerade erst angekommen«, erwiderte Tank verständnislos. Dann wandte er sich an Dralle: »Was hat Harro denn?«

Doch Dralle zuckte nur mit den Achseln und verzog ratlos die Mundwinkel.

Tanks dicke Tanzpartnerin warf ein paar fragende und gleichzeitig schmachtende Blicke herüber.

Ein paar Meter entfernt, war inzwischen eine ausgewachsene Prügelei im Gange. Schreie ertönten. Zertrümmertes Mobiliar und Gläser flogen über die Köpfe der Anwesenden hinweg.

»Was ist da los?«, fragte Tank total irritiert.

Ich erschrak, denn für einen kurzen Moment hatte ich den Irren erblickt. Sein Gesicht, sowie der obere Brustbereich, glänzten blutüberströmt. Mit langsamen, irgendwie abgehackt wirkenden Bewegungen, taumelte er Richtung Ausgang. Und damit direkt auf uns zu! Dann versank er erneut in der Masse der erhitzten Leiber, im Wummern der Beats und der grellen Lichteffekte. Stoppt doch endlich die Musik und macht das Licht an, wollte ich rufen. Aber die Worte blieben mir im Hals stecken, denn plötzlich stob die Menschenmenge in Panik und Entsetzen auseinander. Wieder der Wahnsinnige. Diesmal saß er breitbeinig auf einem wie von Sinnen schreienden und kraftlos um sich schlagenden Mann. Die Arme des Irren waren bis zu den Ellenbogen in den aufgerissenen Bauch des Opfers gerammt. Er zerrte und zog darin herum.

Das unsagbare Grauen griff immer weiter um sich. Wir erstarrten.

»Was ist das für 'ne Scheiße?«, rief endlich auch Dralle.

Ihm schien langsam aber sicher ein Licht aufzugehen. Von wegen Touri-Verarsche! Mit finsterem Gesicht schnappte er sich einen herumstehenden Barhocker und rannte los. Mitten im Lauf holte er aus und schmetterte ihn mit aller Kraft auf den Kopf des Kannibalen. Die hölzerne Sitzfläche des Hockers zersplitterte. Der Getroffene stürzte zur Seite und riss im Umfallen Innereien und Fleisch aus dem Bauch des Opfers mit sich.

Eigentlich ein klassischer Knockout, doch Augenblicke später fummelte der Verrückte sich schon wieder mit blutbesudelten Händen vor dem Gesicht herum. Fauchend und knurrend zog er sich auf die Beine, keuchte und streckte die blutverschmierten Arme aus. Mit zu Klauen gebogenen Fingern, getrieben von blanker Gier!

Dralle wich ungläubig zurück. Doch bevor der Wahnsinnige zupacken konnte, waren Tank und ich zur Stelle. Wir schlugen so lange mit weiteren Hockern auf das Arschloch ein, bis er irgendwann endgültig zu Boden ging und reglos liegen blieb.

»Verdammt noch mal!«, fluchte Tank keuchend.

Mit aller Kraft trat er dem Beißer in die Nieren, zog den Fuß jedoch nicht schnell genug zurück. Der Irre packte zu. Tank schrie vor Entsetzen, fuchtelte wild mit den Armen und verlor das Gleichgewicht. Dann stürzte er hilflos zur Seite. Der Übergeschnappte grinste teuflisch. Aus dem seitlich eingedrückten Schädel ragten Knochensplitter hervor. Langsam zog er sich immer näher an Tanks Beine heran. Dabei zischte und stöhnte er unentwegt vor sich hin. Er wollte Frischfleisch, soviel war klar!

Diesmal war ich es, der den Schrecken und Ekel am schnellsten überwand. Ich holte mit dem ramponierten Hocker aus, den ich immer noch festhielt und rammte ihn mit voller Wucht in die eingeschlagene Wange des Kannibalen. Zwei massive Holzbeine trafen auf ihr Ziel und leisteten ganze Arbeit. Der Kopf des Angreifers flog ruckartig zur Seite und sein Genick brach mit einem lauten Knacken. Seufzend und gleichzeitig erschüttert ließ ich den Hocker fallen. Tank zog hastig das Bein weg, kroch rückwärts aus der Gefahrenzone und rappelte sich schwerfällig hoch.

Doch es war nicht zu Ende!

Zu unserem Entsetzen hatte der finale Schlag keineswegs die gewünschte Wirkung gehabt, denn der Verrückte bewegte sich noch! Die Kiefer des am Boden liegenden Angreifers klackten aufeinander. Immer wieder ächzte und zischte er. Ansonsten schien der Typ völlig gelähmt.

Tank trat unentschlossen zu dem Geschundenen; darauf achtend, außer Reichweite der Zähne zu bleiben. Dann ließ er sich vor ihm in die Hocke sinken. »Wieso lebt das Schwein noch?«, keuchte er mitgenommen und ratlos.

Ich beobachte die Szene, während mein Magen Purzelbäume schlug. Unwillkürlich war ich vom Touri zum Beinahe-Mörder mutiert. Tapfer unterdrückte ich den drängenden Brechreiz. Weiter hinten registrierte ich, dass mehrere Gäste den Verletzten halfen. Für den Verstümmelten mit dem zerfetzten Bauch kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Wo bleibt die Polizei und der verdammte Notarzt?, fragte ich mich in Gedanken.

Plötzlich riss die Musik ab. War der DJ endlich auf die Lage aufmerksam geworden oder wurde er ebenfalls angegriffen? Liefen hier noch andere Irre herum?

Tank hatte anscheinend genug gesehen. Er wandte sich ab, trat zu uns und meinte lapidar: »Wisst ihr was, Leute? Das ist ein Zombie.«

Dralle sah ihn an, als hätte er mehr als nur einen Dachschaden.

Und ich hielt Tank in diesem Moment ebenfalls für einen Vollidioten. Jemand sollte ihm eine verpassen! Im Angesicht der Toten und Verletzten war seine dämliche Bemerkung alles andere als witzig.

»Du Arschloch«, brachte ich keuchend hervor.

»Wieso Arschloch? Das da ...«, er zeigte auf den tobenden Kopf des Irren. »... ist ein Zombie!«

»Mach mal ´nen Punkt«, mischte sich nun auch Dralle ein. »Was quasselst du da?«

»Seht ihn euch doch an. Der ist tot, untot, mehr tot geht gar nicht«, erwiderte Tank energisch.

Eigentlich war es sonst immer Dralle, der pietät- und geschmacklose Witze riss, aber Tank?

Und wieder kam mir der Typ vom Strand in den Sinn. Diese Augen … .

Ich schüttelte mich. Was wäre gewesen, wenn der Fuzzy mich erwischt hätte? Und dann: Zombies? Untote? Die kannten wir natürlich alle aus dem Kino. Aber hier? In der Realität? Zombies auf Mallorca? Lachhaft!

Dann passierte das, was wir noch vor Sekunden für ein Produkt abgehalfterter Autoren oder durchgeknallter Filmleute gehalten hatten. Der Unglückselige mit dem aufgerissenen Bauch erwachte und ruckte heftig mit dem Oberkörper hoch.

Alle, die es sahen, erschraken bis ins Mark.

Auch ich schrie unwillkürlich auf. Ein Fehler, denn nun drehte der Zombie den Kopf und starrte zu uns herüber. Diese Reaktion wischte alle verbliebenen Zweifel im Nu beiseite. Zombies auf Mallorca, so lautete die bittere Wahrheit!

Mit herausquellenden Innereien stand der Untote schwerfällig auf und kam schwankend näher. Dabei zog er eine ekelerregende Spur aus Blut, Gedärmen und Schleim hinter sich her. Ein Anblick, der sogar den hartgesottensten Horrorfan aus den Adiletten warf!

Das Entsetzen der Disco-Besucher steigerte sich zu einer ausgewachsenen Panik. Bis auf eine Handvoll Abgedrifteter, Bekiffter und Hardcore-Besoffener war plötzlich jeder damit beschäftigt, so schnell als möglich aus der Todesfalle zu entkommen.

Aus den Augenwinkeln sahen wir, wie nahe der Theke weitere übel zugerichtete Leichen auferstanden. Sofort warfen sie sich ins Gemenge und fielen über die kopflos Fliehenden her.

»Raus hier! Da sind wir in Sicherheit!«, schrie Dralle und bahnte sich energisch den Weg, als verfolge ihn der Leibhaftige.

Tank und ich folgten, ohne lange zu überlegen. Doch als wir es aus der Höllendisco auf die Promenade geschafft hatten, erwartete uns auch dort das absolute Chaos.

Überall schrien Menschen und hetzten panikerfüllt in der Gegend herum. Vereinzelte Schüsse waren zu hören. Direkt vor uns zerfleischten mindestens vier Zombies einen zappelnden Urlauber in Badehose und T-Shirt. Seine Schreie fuhren mir durch Mark und Bein.

»Wir müssen in Bewegung bleiben!«, rief Tank uns zu. »Los, kommt!«

 

Hinweis: Alle Bände der ZOMBIEKALYPSE NOW können unabhängig voneinander gelesen werden.