Liebe, Luxus & Landebahnen


Autor: Jutta Wiese

Genre: Funny Romance (Kurzroman)

Format: E-Book

 

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E-Book: Amazon, Thalia, Hugendubel, bod, Weltbild



Klappentext:

 

Einzelhändlerin Julia (34), leicht mollig, aber immer noch weitgehend fältchenfrei, hat es geschafft: Ken Berger, der smarte Tennis-Weltstar mit Herz, gibt ihr den Hochzeitskuss! Nach nur 22 turbulenten Tagen und (s)einem bemerkenswerten Sturz in den winterlichen Schnee! Doch wer nun denkt, damit sei das Happy End erreicht, der irrt gewaltig! Auf dem Weg von der fröhlichen Durchschnittsfrau zum professionellen Mitglied der High Society lauern vielerlei Gefahren: Paparazzi in Massen, dazu ein rachsüchtiger Ex, intrigante Promis (und solche, die denken, sie wären es). Dazu noch schwedische Kleiderschränke, Kameradrohnen und last but not least: potenzielle Mordwaffen im XS-Format - inklusive Käse-Topping.

 

Mit "Liebe, Luxus & Landebahnen" präsentiert die Autorin Jutta Wiese die in sich geschlossene Fortsetzung ihres Romans "Liebe, Luxus & Laternen". Auch diesmal erwartet die Leserschaft eine humorvolle, temporeiche Liebesgeschichte - für die letzten hoffnungslosen Romantiker/innen auf diesem Planeten.

 

 

Leseprobe - Kapitel 13 (Samstag)

 

Endlich! Frau Julia Berger relaxt am Swimmingpool.

Ihrem ersten echten Swimmingpool. Sieht man von diversen aufblasbaren, schreiend bunten Planschbecken ab, die mir meine frühe Kindheit auf dem elterlichen Grundstück einstmals versüßten.

Obwohl es erst Ende März ist, das Thermometer auch in Spanien gerade mal 15 Grad Celsius zählt, und eine blaue Plane das noch leere Becken schützt, habe ich mir eine der beiden Liegen aus Teakholz herangeschoben. Dort träume ich entspannt vor mich her. Bekleidet mit meiner ältesten Lieblingsstrickjacke, einer dicken, grauen Jogginghose plus grünen Winter-Crocs, gespickt mit mehreren leuchtend gelben Spongebob-Stickern. Auf meinem Kopf thront eine praktische Lesebrille. Die hat gepunktete Seitenbügel in Marine-Weiß. Sehr maritim, ganze 7,95 Euro teuer und erst gestern im nächstbesten Ramschladen erworben. Zum Erstaunen einiger Nebensaison-Touristen, die offensichtlich regelmäßig die Regenbogenpresse konsumieren.

Ken wird sich an derartig desaströse Wohlfühl-Outfits gewöhnen müssen. Seine neue Frau hat kaum etwas mit den Pailleten-Patrizias dieser Welt gemein.

Mein Blick fällt hinaus auf die Weite des ruhig vor sich hin glitzernden Mittelmeers. Herrlich!

Du bist angekommen Julchen, endlich. Die nächsten Tage werden ein einziger Quell der Erholung! Mit Sicherheit.

Gerade als ich darüber sinniere, dass es wohl angebracht wäre, die immer noch strohblonden Haare in ein warmes Brünett umzufärben, schließlich ist dies meine Naturhaarfarbe, erregt ein ungewöhnliches Geräusch meine Aufmerksamkeit. Es handelt sich um eine Art Surren, begleitet von einem kreisrunden Schatten, der langsam über den Rasen gleitet. Was zur Hölle ist das? Fragend blinzle ich gen Himmel. Ein paar Meter über mir, zieht ein unbekanntes Flugobjekt seine Kreise. Allerdings sieht es nicht aus, wie das Gefährt unbekannter Invasoren vom Mars, sondern eher wie eine von diesen Kameradrohnen, die gerade schwer in Mode sind: neongrün, häßlich und versehen mit diversen spinnenartigen Beinen. Eine Millisekunde lang fühle ich mich wie gelähmt. Dann hechte ich instinktiv von der Liege und setze an: zum ultimativen Spurt, hinein in den schützenden Wohnbereich. »Keeennn! Hilfe! Eine Dro...«

Weiter komme ich nicht, denn just in diesem Augenblick stolpere ich über einen von zwölf XXL-Kauknochen. Die monströsen Snacks habe ich eigenhändig im Garten verteilt! Großflächig, versteht sich. Als Entschuldigung für's immer noch schmollende Wölfchen! Es folgen ein dumpfer Aufprall, mehrere nicht jugendfreie Unwörter des Jahres, so wie das mühsam geartete Aufrappeln, inklusive (m)eines steil in die Höhe gereckten Hinterteils.

Als ich endlich ins rettende Hausinnere stürze, schlurft mir ein verschlafener Ken entgegen. »Sorry, was ist los ...?«, erkundigt der sich heiser. »Mir war nach einer kleinen Siesta … dann hast du irgendwas geschrien ...«

»Weiß ich doch. Und ebenfalls sorry, aber da war eine Drohne! Ganz plötzlich! So ein Kamerading, ferngesteuert.«

Aufgeregt zeige ich zum Pool.

Schlagartig verschwindet jede Müdigkeit aus Kens überraschtem Gesicht. Wortlos dreht er sich um und eilt ins nahe gelegene Arbeitszimmer. Dort öffnet er lautstark den riesigen Wandschrank und kehrt zwei Minuten später zurück. Er ist nicht allein.

 »Um Gottes willen! Was ist denn das?«, stöhne ich verblüfft und starre zeitgleich auf eine riesige Armbrust.

»Frag nicht. Ein Mann hat nun mal gewisse Hobbies.«

»Von denen ich offensichtlich noch nichts weiß ...«

 Ken schenkt mir einen unergründlichen Blick und tritt hinaus in den Garten. Leider kommt es dort zu keinem erfolgreichen Abschuss, denn wie durch ein Wunder ist der Himmel plötzlich UFO-frei.

 »Bist du dir wirklich sicher, dass da eine Drohne war?«, spricht der enttäuschte Jäger des Hauses, als er nach kurzer Pirsch wieder ins Wohnzimmer tritt.

»Natürlich! Sehe ich etwa aus wie eine daher gelaufene Durchgeknallte?« Beleidigt humpele ich in die Küche und suche erst einmal nach so etwas wie Beruhigungstee.

Fünf Stunden später klingelt das Telefon.

Es ist Christin und von langatmigen Begrüßungsfloskeln scheint sie heute nichts zu halten. »Julia, schmeiß das Internet an! Du bist auf Twitter und Facebook. Aktuell liegst du im Ranking knapp hinten ...«

»Wie bitte? Was ist los?«

»Na los! Mach schon, nicht lange fragen! Twitter! Hashtag PoBerger

»Was? Pro Berger???«

»Nein! PoBerger! Ein Wort!«

Wenige Augenblicke später materialisieren sich meine schlimmsten Befürchtungen.

Ein unbekannter Nutzer mit Namen JohnDoe234, plus dessen unverschämte Spionagedrohne, haben ganze Arbeit geleistet: Mein Hinterteil ist die aktuelle Sensation der Twitter-Gemeinde! Überaus prall streckt es sich in die spanische Luft, locker ummantelt vom dicken, grauen Sweatshirtstoff meiner ältesten Jogginghose. Dadurch wirkt es leider noch größer, als es ohnehin schon ist! Was das Abstimmungsergebnis auf Facebook betrifft: Aktuell führt eine gewisse Kim K. mit 12.333 Likes. PoBerger schafft es immerhin auf 9.387 erhobene Daumen. VIP ass of the day, lautet der dazugehörige Wettbewerbstitel und natürlich hat auch hier ein gewisser John Dingenskirchen seine Finger im Spiel.

»Wenn das so weiter geht, werde ich mir deine Armbrust borgen und Selbstmord begehen«, seufze ich an diesem Abend vor dem Schlafengehen und kuschle mich, benebelt von sechs Tassen Baldriantee, an Kens unbekleidete Brust.

»Vielleicht sollte ich dir dafür lieber ein altes Jedi-Schwert borgen«, entgegnet der in heiterem Tonfall. »Die Armbrust habe ich nämlich erst kürzlich ersteigert. Direkt aus dem Fundus von The Walking Dead, Staffel 3. Absolut funktionstüchtig. Nicht der übliche Plastikschrott. Kennst du die Serie überhaupt?«

»Aber ja … Zombies … hi Daryl ... oh je … du sammelst wirklich Filmrequisten? Wie originell ...«, flüstere ich noch erschöpft, dann endet jener denkwürdige Wellness Day an der Südspitze Spaniens.