FEMALE (NIGHT)SHIFT - Short Story von GEORG ADAMAH


Autoren: Georg Adamah, Herbert Arp, Julia Dest, Alexander Kühl, Carola Leipert, Alexandra Mazar, Mara Winter

Herausgeber: Julia Dest / Paperwork 

Erschienen: September 2018

Format: E-Book

Umfang:: ca. 78 Seiten

 

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Einleitung: Sieben Autoren haben sich zusammengetan. Miteinander ist schließlich besser, als gegeneinander! Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Anthologie, die den fröhlich-harmlosen Titel »Tschüsschen, Tschüsschen« trägt. Ein Schelm, wer Böses dahinter vermutet ... :-D

 

Einer der Mitwirkenden in dem unterhaltsamen Gesamtwerk ist Georg Adamah. Dessen Kurzgeschichte »Female (Night)Shift« möchte ich hier näher besprechen.

 

Los geht’s: Mit »Female (Night)Shift« präsentiert der Autor eine in der Zukunft angesiedelte Short Story, die für mich eindeutig ins Genre »Gesellschaftskritik, satirisch« fällt. Und das brisante Thema, welches er sich zur (behaarten??? ;-) ) Brust genommen hat, lautet: Sexuelle BelästigungDoch wer nun auf eine eindimensionale, tränenreiche und hochdramatische Geschichte im Stile von der »Der feiste Filmproduzent und ich« hofft, der irrt. Den Leser erwartet eine minimalistische Kulisse, dazu genau zwei Hauptakteure. Und die liefern sich ein gnadenloses Duell - dominiert vom verbalen Schlagabtausch - aber längst nicht nur … .

 

Dass Georg Adamah es versteht, intelligent UND unterhaltsam zu schreiben und es auch noch schafft, eine große Portion schwarzen Humor unter das Ganze zu mixen, weiß ich seit »Liliths Töchter, Adams Söhne« (seinem Erstlingswerk).  Was mich jedoch bei »Female (Night)Shift« vor allem beeindruckt hat, war die Grundstimmung, die sich - auf weiten Strecken - durch die Story zieht.

Ich würde sie mit kompromisslos, pur und hart umschreiben. Schnörkel und sonstiges Brimbamborium? Fehlanzeige.

In gewissen Kernszenen arbeitet der Autor sogar extrem leise, transportiert aber genau darin die ganze Härte des oben angesprochenen Duells. »Zuckerstreuer«, sag ich nur  ... . ;-)

 

Persönliches Fazit:  Männlein wie Weiblein schenken sich in »Female (Night)Shift« nichts. Aber auch gar nichts. Das ist gekonnt, das hat mir als Leserin sehr gut gefallen. Was mir persönlich weniger gefallen hat, war ein gewisser erzählerischer Nebenstrang. Jener Part hat meinen Lesefluss leider gestört und passt - zumindest für mich – letztendlich einfach nicht ins (sonst so stimmige) Gesamtbild. Diese kleine Irritation ändert jedoch kaum etwas an der guten Bewertung. Herrn Adamah zu lesen mach Spaß und ich, sowie alle mallorquinischen Küchenschaben (egal ob erkältet oder nicht), freuen sich bereits auf sein nächstes Werk.   

 

Bewertung: Lesenswert! 4,5 von 5 Sternen.